Schubert Anagramme
sturzbach fern - schranz beruft – bach fern sturz - erb rasch zunft – sanft brucht erz – straf buch nerz – traf schub nerz - fratzen bruchst
Der Begriff Anagramm (von griechisch: anagraphein, deutsch: «umschreiben») bezeichnet ein Wort, das durch Umstellung der einzelnen Buchstaben oder Silben aus einem andern Wort gebildet wurde. Verallgemeinert kann ein Anagramm auch dadurch gebildet werden, dass anstelle eines Wortes beispielsweise nur eine Silbe, ein Wort oder ein Satz, eine oder mehrere Zeilen eines Gedichts oder ganz allgemein eine beliebige Textpassage durch Anagrammieren verändert werden. (wikipedia)
Inspiriert durch Anagramme und das Verfahren, solche zu entwickeln, nähern sich Delia und die Musiker Eward Rushton (Klavier, Wurlitzer, Harmonium) und Marc Unternäher (Tuba) den Liedern von Franz Schubert: Das Material ist gegeben, durch Umstellungen wird neuer Sinn geschöpft. Experimentierfreudig und neugierig tauchen die drei in ganze Lieder, mal Passagen oder auch nur einzelne Ostinati und begeben sich auf eine Suche nach verborgenen Stimmungen, Klangwelten und Bedeutungen, ohne jedoch Schuberts Welt je aus den Augen zu verlieren.
Im Speziellen greifen die drei Musiker die „Verlust“-Thematik in Schuberts Liedrepertoire auf, mit Stücken wie “Dass sie hier gewesen”, “Ihr Bild” oder “Im Frühling”. Durch die instrumentale Neu-Besetzung mit Fender Rhodes und Harmonium, Tuba und Stimme verlieren die drei Musiker auf dem Weg des Anagrammierens selber einen zentralen Teil von Schuberts Ästhetik – den Klang des Pianofortes. Dafür kreieren sie eine heutige, neue und doch stimmige Klangwelt.
Für dieses Projekt finden der gebürtigen Engländer Edward Rushton (lebt in Zürich, wirkt international als Musiker, Komponist und Dozent), der Innerschweizer Marc Unternärher (welcher als versierter Musiker zwischen freier Improvisation, Neuer Musik und Jazz agiert und auf Konzert- & Theaterbühnen gleichermassen zu Hause ist) und Delia erstmalig zusammen.